Änderungen, Zensur und Unterdrückung  
 
  Update-Material 1. 27.03.2017 00:41 (UTC)
   
 

Update-Material

 

DER MORMONISMUS VERÄNDERT SICH WEITERHIN. Auf Seite 5 dieses Buches demonstrieren wir, dass die Mormonenkirche ihre Lehren in Bezug auf die Vielehe vollkommen geändert hat. Wir zitierten Brigham Young: „Die einzigen Menschen, die Götter werden, ja, die Söhne Gottes, sind diejenigen, die in die Vielehe eintreten.“ (Journal of Discourses, Bd. 11, S. 269) Präsident Taylor sagte: „…wir schämen uns nicht… kundzutun… dass wir fest und gewissenhaft an die Polygamie glauben und dass sie Teil unseres religiösen Glaubensbekenntnisses ist.“ (Life of John Taylor, S. 255) Die Tatsache, dass die Mormonen diese, „Lehre“ vollkommen missachtet haben, wird durch eine Erklärung bewiesen, die der Assistierende Kirchengeschichtsschreiber Davis Bitton abgab: „Heute ist kein modernes Volk antipolygamistischer als die orthodoxen Mormonen,…“ (Journal of Mormon History, Bd. 4, 1977, S. 101)

Wie wir im Vorwort schon erwähnt haben, änderten die Mormonenführer, nachdem wir die 1972er-Ausgabe dieses Buches veröffentlicht hatten, eine weitere wichtige Lehre. Diese ist die allbekannte Antischwarzen-Lehre, die allen das Priestertum verweigerte, die „einen Tropfen Negerblut“ in sich trugen. (Mehr Information in Bezug auf diese Sache finden Sie im Update-Material in Kapitel 21.)

 

ENTFERNEN KRITISCHEN MATERIALS AUS DEN BIBLIOTHEKEN. Auf Seite 10 dieses Buches druckten wir Information, die zeigt, dass Mormonenmissionare in einem Plan beschäftigt waren, kirchenkritisches Material aus verschiedenen Bibliotheken zu entfernen. 1978 berichtete Ed Sanders vom Harding College, dass diese Aktion immer noch läuft:

„Vor kurzem besuchten zwei Junge Mormonen-„Elders“ die Beaumont-Memorial-Bibliothek am Harding College… Nach etwa einer halben Stunde kamen sie mit einer Anzahl Bücher in den Händen an den Schalter. Sie sagten den Bibliothekaren, sie würden diese Bände, die ‚ziemlich alt und nicht in bestem Zustand wären, gerne gegen neuere Ausgaben austauschen. Zum Glück waren die Bibliothekare Profis und folglich waren sie mehr als ein wenig misstrauisch. Man rief die Bibelabteilung an, um sich bestätigen zu lassen, dass es das Beste wäre, die Bücher weiter in der Bibliothek zu belassen. Der Sprecher der Bibelabteilung betonte, dass nicht gestattet wäre, diese Bücher zu ‚ersetzen’. Tatsächlich wurde entschieden, dass sie der Sammlung seltener und wertvoller Bücher hinzugefügt werden sollten, die in einem sicheren Bereich der Bibliothek aufbewahrt werden.

Sie haben wahrscheinlich schon erraten, dass die jungen Männer zu einem landesweiten Programm gehörten. Mormonenmissionare besuchen Bibliotheken im ganzen Land, nehmen alte Bücher und bieten an, sie durch neue Bände zu ersetzen. Natürlich entziehen sie eigentlich viele antimormonische Bücher und frühere Mormonenschriften dem öffentlichen Zugriff, die sich jetzt für die Bewegung der Heiligen der Letzten Tage als peinlich erweisen.

Einige Bibliothekare würden ohne Zweifel leichtgläubig genug sein, alte Bände gegen neuere Ausgaben oder gar andere Veröffentlichungen austauschen zu lassen, es sei denn, ihnen wird bekannt, was vor sich geht. Teilen Sie es Ihrer öffentlichen Bibliothekarin mit, damit sie im öffentlichen Interesse ordnungsgemäß gewarnt ist.“ (Alternative, Bd. IV, Nr. 3, 1978, Seite 15)

 

DIE SCHLACHT UM DIE UNTERDRÜCKUNG VON BERICHTEN GEHT WEITER. Auf Seite 13 dieses Buches zeigten wir auf, dass der Druck, den wir gegen die Unterdrückung von Mormonenberichten ausübten, beginnt, eine echte Wirkung zu zeigen, und dass „selbst Mormonenschreiber begonnen haben, ihre Stimmen gegen die Unterdrückung der Dokumente zu erheben“. Viele Jahre lang war Joseph Fielding Smith Kirchengeschichtsschreiber gewesen. Smith leitete natürlich das Kirchengeschichtsschreiber-Büro mit eiserner Hand und gestattete keinem Gelehrten uneingeschränkten Zugriff auf die Dokumente. 1970 wurde er der 10. Präsident der Mormonenkirche und übergab das Kirchengeschichtsschreiber-Büro an den Apostel Howard W. Hunter. Dies stellte einige der liberaleren Mormonen nicht zufrieden, die damals sehr über die Politik der Unterdrückung aufgebracht waren. Einige Zeit nach Hunters Berufung präsentierte eine Gruppe von Mormonengelehrten eine Liste von Vorschlägen, wie das Geschichtsschreiber-Büro geführt werden sollte. Sie wollten, dass ein ausgebildeter Historiker als Kirchengeschichtsschreiber berufen wird. Sie wollten auch, dass die Berichte den Gelehrten und für die Kirche selbst zugänglich gemacht werden, um damit zu beginnen, seltene Dokumente zu drucken. Als wir von diesen Forderungen hörten, konnten wir nicht erkennen, wie die Kirchenführer möglicherweise ihnen nachgeben, ohne das ganze Fundament der Kirche zu unterminieren. Nehmen Sie zum Beispiel den Gedanken, einen qualifizierten Historiker zu berufen. Ein wahrhaftiger Historiker, wenn er mit sich selbst ehrlich wäre, könnte niemals Methoden gut heißen, die von Joseph Fielding Smith und anderen Kirchengeschichtsschreibern in der Vergangenheit angewendet wurden. Außerdem war es Tradition geworden, dass ein Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel diese Position einnimmt. Im „Leitfaden für die Bibliothekararchive des Geschichtsschreiber-Büros“ lesen wir: „Seit den Tagen Nauvoos ist diese wichtige Verantwortung einem Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel übertragen worden.“ Es schien also sehr unwahrscheinlich, dass die Kirche einen ausgebildeten Historiker berufen würde, aber am 15. Jan. 1972 wurden wir überrascht, als wir folgendes im Salt Lake Tribune lasen:

„Dr. Leonard J. Arrington, anerkannter Ausbilder und Autor in Utah, ist von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zum Geschichtsschreiber ernannt worden… Howard W. Hunter, vom Rat der Zwölf Apostel, wird entlassen werden…“

 

In den Deseret News für den 15. Jan. 1972 finden wir folgende Aussagen in einem Leitartikel: „Die Berufung Dr. Leonard J. Arringtons zum Kirchengeschichtsschreiber… er ist selbst ein Historiker.

Dies markiert zum ersten Mal, dass dieser wichtige Posten besetzt wird, indem man aus der Mitgliedschaft von Kirchengeneralautoritäten herausgeht.“

Während Dr. Arrington ein aktiver Mormone ist, halten ihn viele Menschen für sehr liberal. Tatsächlich war es Arrington, der die Kirche für die Nichtveröffentlichung der Tagebücher der frühen Mormonenführer und für das Nichtzulassen, „dass qualifizierte Historiker sie ohne Einschränkung benutzen“ öffentlich kritisierte. (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Frühjahr 1966, S. 26) Im selben Artikel bemerkte Dr. Arrington: „So wie Mrs. Brodies Biographie und bestimmte andere (zumindest von den Mormonen) gewöhnlich als ‚Anti’ angesehen werden, so sind ‚Pro’-Biographien unentwegte Bilder der Süße und des Lichts. Sie erscheinen sogar unglaubwürdiger als die schwärzesten Schilderungen der Antis.“

Während die Berufung von Leonard Arrington als Kirchengeschichtsschreiber sicherlich eine Überraschung war, ließ die Wahl von James B. Allen und Davis Bitton als Assistierende Geschichtsschreiber einen fragen, welche Richtung die Kirche einschlug. Allen hatte früher einen Artikel veröffentlicht, der die Geschichte von der Ersten Vision Joseph Smiths untergrub, und Bitton hatte einen Artikel geschrieben, in dem er einen Angriff gegen die Richtigkeit von Joseph Smiths History of the Church unternahm. Was könnten nun die Kirchenführer im Sinn gehabt haben, als sie solche Liberalen in das Kirchengeschichtsschreiber-Büro beriefen? Die einzige vernünftige Erklärung ist die, dass die Politik der Unterdrückung von Berichten versagt hatte und dass die Mormonenführer versuchten, der Welt gegenüber ein neues Image zu zeigen. Sie waren wohl offenbar dabei, zu versuchen, es so aussehen zu lassen, dass sie stolz auf die Berichte wären, die sie so lange unterdrückt hatten.

Auf jeden Fall gab Dr. Arrington nach dieser Berufung große Pläne für die Geschichtliche Abteilung bekannt. Vielen von ihnen wurde es durch Männer schwer gemacht, die der Philosophie Ezra Taft Bensons, dem Präsidenten des Rates der Zwölf Apostel, folgten. Benson ist ein Mann, der glaubt, dass es falsch ist, die ganze Wahrheit über die Mormonengeschichte zu erzählen. Er glaubt, in anderen Worten, dass bestimmte Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind, verschleiert werden sollten. Auf der anderen Seite ist Arrington offener und in seiner Herangehensweise wissenschaftlicher.

Dr. Arringtons Probleme begannen direkt nach seiner Berufung in das Amt als Kirchengeschichtsschreiber, als er die Bildung einer Gruppe bekanntgab, die als „Freunde der Kirchengeschichte“ bekannt ist. Als ungefähr 500 Leute zur ersten Versammlung erschienen, begannen offenbar die Generalautoritäten zu fürchten, dass solch eine große Gruppe, die Geschichte studiert, Dinge aufdecken könnte, die sich für die Kirche als peinlich erweisen könnten. Es wurden Anordnungen gegeben, dieses Projekt einzustellen, und seit dem 30. Nov. 1972 wurden keine Versammlungen mehr abgehalten (siehe Answering Dr. Clandestine, S. 41). Obwohl nie öffentlich etwas bekanntgegeben wurde, ist es logisch anzunehmen, dass „Freunde der Kirchengeschichte“ jetzt gestorben ist.

Einige andere Projekte Dr. Arringtons scheinen durch die Einstellung der Generalautoritäten gefährdet zu sein. Einer seiner Träume war es, die Kirche eine einbändige Geschichte herausbringen zu lassen. Dieser Traum schien 1976 Wirklichkeit zu werden, als James B. Allen und Glen M. Lennard das Buch The Story of the Latter-day Saints produzierten. Im Vorwort dieses Buches sagte Dr. Arrington, dass „zwei unserer besten Historiker“ für dieses Projekt bestimmt worden wären – wie wir schon aufgezeigt haben, ist James B. Allen Assistierender Kirchengeschichtsschreiber. Dr. Arrington erklärte weiter, dass er das Manuskript für die Veröffentlichung bewilligt hätte. Obwohl die meisten Mormonen dies als eine harmlose Veröffentlichung ansehen würden, hatte Präsident Benson das Gefühl, dass es zu humanistisch wäre und das Gerücht ging um, dass er es geschreddert haben wollte. In einem Brief vom 23. Juni 1978 erklärte Präsident Benson: „Das Buch ‚The Story of the Latter-day Saints’ wird nicht veröffentlicht werden.“ Somit hat es den Anschein, dass, so weit es die Mormonengeschichte betrifft, die Ansichten von Leonard Arrington und Ezra Taft Benson genau entgegengesetzt stehen.


ein Bild

Lieber Bruder_______

 

In Beantwortung Ihres Briefes vom 19. Juni, in Bezug auf das Buch The Story of the Latter-day Saints werden einige meiner Besorgnisse in einer Rede zum Ausdruck gebracht, die ich an die Religiösen Erzieher im September 1976 richtete. Eine Kopie dieser Ansprache ist beigefügt.

Das Buch The Story of the Latter-day Saints wird nicht wieder veröffentlicht werden.

Was Ihre zweite Frage betrifft in Bezug auf den Artikel im Dialogue „Seers, Savants, and Evolution: An Uncomfortable Interface“, so ist dieser Artikel historisch ungenau und lehremäßig ungesund. Der Autor legte seine „Fakten“ auf eine Weise aus, die seine proevolutionären Standpunkte unterstützen und Präsident Joseph Fielding Smith unglaubwürdig machen sollte.

Ich bin sicher, dass dies Ihre Fragen beantworten wird.

                                                          Treu ergeben

                                                          Ezra Taft Benson

                                                          Präsident

 

Leonard Arringtons wichtigstes Projekt war, die Produktion einer sechzehnbändigen Anderthalbjahrhundert-Geschichte der Mormonenkirche zu beaufsichtigen. Diese Bände mussten von prominenten Mormonengelehrten verfasst werden. Der Salt Lake Tribune für den 26. April 1975 zitierte Dr. Arrington:

„’Wir haben mit 16 Personen Verträge abgeschlossen, von denen jeder einen Band des Satzes schreibt’, sagte der Kirchengeschichtsschreiber. ‚Jeder erfordert etliche Jahre intensive Forschungsarbeit und keiner wird vor 1978 erhältlich sein. Wir hoffen, dass alle 16 Bände 1980 fertig sein werden.’“

Der ursprüngliche Gedanke hinter dem Projekt war, die Bände zum 150. Jahrestag der Kirche – zur Anderthalbjahrhundertfeier im Jahr 1980 - fertig zu haben. Während Dr. Arrington sagte, dass er hoffte, dass „alle 16 Bände 1980 fertig sein werden“ verging 1980, ohne dass ein einziger Band veröffentlicht wurde!

Nach dem, was wir herausfinden konnten, waren einige der Gelehrten, die an den Bänden arbeiteten, zu offen bei ihrer Präsentation und dies verursachte unter einigen Aposteln große Bestürzung. Von dieser Zeit an hatten die Kirchenführer es nicht eilig und bemühten sich, die Veröffentlichung der Bände zu verzögern oder abzusagen. Die Kirchenführer fanden sich aber in einer schwierigen Situation, da die Deseret Book Company mit den sechzehn Autoren einen Vertrag unterzeichnet hatte, der vor Gericht bindend wäre. Um die Geschichte ohne die Möglichkeit, vor Gericht gebracht zu werden, zu unterdrücken, entschieden die Generalautoritäten, jedem Autoren, der sein Werk fertig hätte, $20.000 Dollar zu zahlen (diejenigen, die ihre Bände nicht fertig hatten, sollten einen geringeren Betrag erhalten). Da es sechzehn Autoren gab, die ausbezahlt werden mussten, und andere Kosten mit einbezogen, könnte die Kirche Hunderttausende von Dollar ausgegeben haben. Dass die Generalautoritäten erst diesem massiven Projekt zustimmten und es dann, nachdem einige Top-Gelehrte der Kirche Jahre lang Arbeit darauf verwendet hatten, sterben ließen, zeigt einen totalen Mangel an Inspiration.

Im Salt Lake City Messenger, Jan. 1979, bemerkten wir:

„Es gibt Grund zu glauben, dass Benson Arrington aus seiner Position als Kirchengeschichtsschreiber entfernen möchte. Einige haben das Gefühl, dass man seine Berufung so nach und nach ‚ausschleichen’ lassen wird. Man berichtet auch, dass es zunehmend schwierig für Mormonengelehrte wird, Zugriff auf Dokumente der Geschichtlichen Abteilung zu bekommen. Wenn Arrington unter der Führerschaft von Präsident Spencer W. Kimball überleben sollte, ist es sehr unwahrscheinlich, dass er Kirchengeschichtschreiber bleiben wird, wenn Ezra Taft Benson Präsident wird.“

 

Es hat jetzt den Anschein, dass die Kirche damit begonnen hat, Dr. Arringtons Berufung „ausschleichen“ zu lassen“.  Der Salt Lake Tribune für den 3. Juli 1980 gab bekannt:

 

„PROVO (AP) – Die Geschichtsforschungsabteilung der Mormonenkirchengeschichts-Abteilung wird in die Brigham-Young-Universität umziehen, gaben am Mittwoch Beamte bekannt.

Die Bibliothekabteilung, die Archivabteilung, die Kunst- und Bauplanungsabteilungen werden im Salt-Lake-City-Hauptquartier der Kirche verbleiben, sagte der Kirchenpräsident Spencer W. Kimball…

Direktor des neuen Instituts wird Dr. Leonard J. Arrington, Kirchengeschichtsschreiber, sein.

Der größte Teil des Abteilungspersonals wird in die BYU versetzt, wo es Teil der Fakultät und des Personals wird.“

 

Obwohl Präsident Kimball versucht, die Mitglieder der Kirche zu überzeugen, dass „diese Umsiedlung der Arbeit der professionellen Historiker von einer Kirchenabteilung in ein Institut der Universität ein Schritt nach vorn ist“ (Deseret News, Kirchenteil, 5. Juli 1980), ist es für jeden offensichtlich, der die Situation wirklich untersucht, dass dies eine echte Degradierung für den Kirchengeschichtsschreiber Leonard Arrington ist. Während er dem Namen nach Kirchengeschichtsschreiber bleiben mag, ist es jetzt deutlich, dass die Kirchenführer die Vollmachten entzogen haben, die üblicherweise mit diesem Titel einhergehen. Vor Arringtons Berufung war der Kirchengeschichtsschreiber für die Berichte zuständig und entschied, wer die verschiedenen Dokumente sehen konnte. Nun scheint es so, dass es eine Kluft von ungefähr fünfundvierzig Meilen zwischen dem Kirchengeschichtschreiber und den Kirchenberichten geben wird – d. h. die Entfernung zwischen Provo und Salt Lake City:

 

„Dr. Arrington und einige Mitglieder des Personals der Geschichtsabteilung werden in den Campus der BYU umziehen, aber dem Institut wurde noch kein bestimmtes Gebäude oder Büros in Provo zugeteilt. Die Kirchenbibliothek und –archive werden in Salt Lake City bleiben.“ (Deseret News, Kirchenteil, 5. Juli 1980)

 

Es ist also offensichtlich, dass die Kirchenführer Dr. Arrington so weit wie möglich vom Kirchenverwaltungsgebäude weg haben und seinen Einfluss auf das Mormonenvolk verringern wollen. Es ist behauptet worden, dass es nicht zu lange dauern würde bis Arrington sich zurückzieht, und die Planung des Umzugs und in Provo die Arbeit aufzunehmen, wird ohne Zweifel nicht viel von seiner verbliebenen Zeit in Anspruch nehmen.

 

Während wir nicht genau wissen, welche Richtung die Mormonenführer in Bezug auf die geschichtliche Forschung einschlagen werden, ist es aber offensichtlich, dass die Behandlung Dr. Arringtons zeigt, dass es immer noch eine Menge Opposition gegen die Idee gibt, „es so zu sagen, wie es ist“. Klaus J. Hansen, der folgende These an der kircheneigenen Brigham-Young-Universität schrieb, machte folgende interessante Bemerkungen über die Idee, „eine ungeschminkte Version“ der Kirchengeschichte zu haben:

 

„Ich bin natürlich einer von denen, die behauptet haben, dass das Kirchengeschichtsschreiber-Büro genauso wie andere Aufbewahrungsorte der Kirche sehr wohl wichtige geheime Dokumente aufbewahren, deren Herausgabe eine tiefe Auswirkung auf die Kirchengeschichtsschreibung, wenn nicht auf die Mormonengeschichte haben könnte. Die mögliche, ja, wahrscheinliche Existenz weiterer Berichte über den Rat der Fünfzig… ist vielleicht das offensichtlichste Beispiel…

 

Oft werde ich gefragt, ob meine Forschung in der Mormonengeschichte nicht mein Zeugnis gestärkt hätte – eine rhetorische Frage und man erwartet im Allgemeinen von mir, dass ich sie mit einem lauten ‚ja’ beantworte. Meine Fragensteller nehmen natürlich an, dass die Kirche keine Leiche zu verbergen hätte, oder wenn doch, was unwahrscheinlich ist, dass es besser wäre sie in der Öffentlichkeit offen zu legen. Ich vermute, dass nicht wenige Mormonen über Joseph Smiths Bemerkungen gegenüber Brigham Young überrascht wären: ‚Sollte ich diesem Volk offenbaren, was der Herr mir offenbart hat, gäbe es keinen Mann oder keine Frau, die bei mir bleiben würden’. Ein Historiker der es sich zu seiner Aufgabe machen würde, Mythos und Realität in der Mormonengeschichte nebeneinander zu stellen, könnte keine so dramatischen Ergebnisse erzielen, jedoch ist es Tatsache, dass eine ungeschminkte Version der Geschichte der Kirche, die die Schnipsel dort fallen lassen würde, wohin sie fallen mögen, potentieller Sprengstoff wäre. Wenn deshalb Historiker nicht notwendigerweise mit der noch relativ konservativen  und einschränkenden Politik des Kirchengeschichtsschreiber-Büros übereinstimmen, sollten sie wenigstens verstehen, dass dies von einer internen Logik ausgeht.“ (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Sommer 1970, s. 107, 110)

 

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