Änderungen, Zensur und Unterdrückung  
 
  Drohungen von Aposteln 29.06.2017 00:21 (UTC)
   
 


Drohungen von Aposteln

 

Ein weiteres Beispiel von Unterdrückung ereignete sich, als wir Zugriff auf die Joseph-Lee-Robinson-Autobiographie und das Tagebuch begehrten. Der Apostel LeGrand Richards, ein Nachkomme von Joseph Lee Robinson, war der erste, der unsere Aufmerksamkeit auf dieses Tagebuch lenkte. Als wir zu seinem Büro gingen, zeigte er uns einige getippte Auszüge aus dem Tagebuch. Wir baten darum, das Original-Tagebuch sehen zu dürfen. LeGrand Richards nahm uns zur HLT-Genealogie-Bibliothek mit, wo er den Mikrofilm des Original-Tagebuchs heraussuchte. Es war uns erlaubt, einige Seiten zu lesen, und dann erhob sich Richards, um zu gehen. Wir fragten die Frau, die den Mikrofilm gebracht hatte, ob wir ein anderes Mal zurückkehren und das Tagebuch lesen könnten, als sie ‚ja’ sagte. Mr. Richards wies sie umgehend und eindringlich an, uns das Tagebuch nicht noch einmal sehen zu lassen. Als wir LeGrand Richards fragten, was er zu verbergen versuchte, ging er sofort hinaus. Bei mehreren Gelegenheiten, versuchten wir, diesen Mikrofilm zu sehen, aber wir wurden informiert, dass es „vorbei“ wäre. Das Kirchengeschichtsschreiber-Büro verweigerte uns ebenfalls, das Original-Tagebuch zu sehen. In einem Brief an ein Mitglied der Kirche vom 26. Sept. 1960 gab Apostel Richards zu, dass er uns den Zugriff zu diesem Tagebuch verweigert hätte. Er erklärte: „Ich nahm Sandra und ihren Ehemann mit in die Genealogische Gesellschaft, wo sie die mikroverfilmte Kopie des Tagebuchs meines Urgroßvaters herausgesucht bekamen, und erlaubte beiden, seine Erklärung in seiner eigenen Handschrift zu lesen, und nachdem sie dies getan hatten, wollte Sandras Mann das Vorrecht, das ganze Tagebuch zu lesen. Ich sagte Ihnen, dass ich es ihm nicht gestatten würde;…“

Einige Zeit später, entgegen den Anweisungen von LeGrand Richards, erlaubte uns die Genealogische Bibliothek, das Tagebuch zu lesen, und wir kopierten einige wichtige Auszüge, die wir vorhatten, in diesem Werk zu zeigen. Nachdem LeGrand Richards herausfand, dass wir vorhätten, diese Auszüge zu benutzen, bekam er Angst, dass die Wahrheit bekannt werden würde. In einem Brief vom 20. Dezember 1961 drohte uns der Apostel LeGrand Richards in einem verzweifelten Versuch, die Wahrheit verborgen zu halten, mit einem gerichtlichen Prozess. Unten befindet sich eine Fotokopie von diesem Brief.

ein Bild

 

 

Lieber Herr,

ich habe einige memographierte Kopien vor mir liegen, die Sie mir zugesandt haben, aus denen ich erkenne, dass Sie entgegen meinen Anweisungen, die Erlaubnis von der Genealogischen Abteilung erlangten, das Tagebuch meines Urgroßvaters zu lesen und dass Sie gemäß Ihrer eigenen Erklärung daraus Auszüge erstellt haben, dass Sie vorhätten, sie hernach zu benutzen.

Ich bin durch gesetzlich Bevollmächtigte darüber aufgeklärt worden, dass, während das Tagebuch der Organisation oder Bibliothek gehört, die literarischen Rechte den Nachfahren gehören und dass, wenn irgendein Nachfahre etwas dagegen hat, niemand das Recht hat, irgendetwas aus solchen Tagebüchern zu kopieren oder zu drucken.

Ich bin darüber aufgeklärt, dass Mrs. Kate Carter von den Töchtern der Utah-Pioniere kürzlich davon abgehalten wurde, ein Tagebuch zu veröffentlichen, weil nur einer der Nachfahren in Kalifornien gegen die Veröffentlichung war.

Dies sei Ihnen gesagt, dass, falls Sie aus dem Tagebuch meines Urgroßvaters in irgendeiner Ihrer zukünftigen Schriften zitieren, Sie selbst für einen Schadensersatzprozess verantwortlich sind, da Sie keine Erlaubnis haben und da Ich, als einer der Nachfahren, mit Bestimmtheit gegen Ihre Zitierung bin.

Treu ergeben Ihr

LeGrand Richards

 

Da der Apostel LeGrand Richards nicht wirklich etwas gegen uns in der Hand hatte, haben wir weiterhin in den letzten zehn Jahren Auszüge aus diesem Tagebuch benutzt. Es ist unnötig zu sagen, dass kein Gerichtsverfahren gegen uns angestrengt wurde.

LeGrand Richards ist nicht der einzige Apostel, der gedroht hat, uns zu verklagen. Wallace Turner, ein Korrespondent für die New York Times, erzählt folgendes:

„Eine der bemerkenswerten Erklärungen, die dieses Vorurteil demonstriert, ist in einer langen Ansprache von Mark E. Petersen, einem der Apostel, auf einer Konferenz in der Brigham-Young-Universität im August 1954 zu finden… Eine Zusammenkunft von HLT-Religionslehrern auf der College-Ebene wurde einberufen und Apostel Petersen sprach zu ihnen über die „Rassenfragen – wie sie die Kirche betreffen“…

Petersen ist das fünftrangige Mitglied des Rates der Zwölf Apostel…

Diese Ansprache wurde in einer geschlossenen Versammlung gegeben. Eine Kopie davon gelangte in die Hände von James D. Wardle, dem Salt-Lake-City-Friseur, der ein Mitglied der Reorganisierten HLT-Kirche ist. Wardle hat sich viele Jahre daran erfreut, seine Utah-Mormonen-Mitglieder zu ärgern, und er stellte seine Kopie Jerald Tanner, dem HLT-Abtrünnigen, zur Verfügung, der sich darauf spezialisiert hat, Anti-HLT-Material zu verbreiten. Tanner ging zur HLT-Bibliothek, fand eine Kopie der Ansprache und versicherte sich, dass sie dieselbe Ansprache war, die er von Wardle erhalten hatte. Aber die Kirche gab ihm keine Kopie, die er hätte mitnehmen können.

Die Wardle-Kopie als seine Quelle verwendend begann Tanner die Ansprache zu verbreiten. Zu jener Zeit befand sich Apostel Petersen in England, um dort die Mission zu leiten. Anfang 1965 schrieb er an Tanner und drohte, ihn zu verklagen, wenn er nicht mit der Veröffentlichung aufhören und die bis dahin herausgegebenen Kopien der Rede zurückrufen würde. Fröhlich vervielfältigte und verbreitete er den Brief. Seitdem ist Petersen nach Salt Lake City zurückgekehrt und keine Anklage wurde erhoben.“ (The Mormon Establishment, S. 249, 250, 253 und 254)

 

Unten befindet sich eine Fotokopie des Briefes, den wir vom Apostel Mark E. Petersen erhielten.


ein Bild

 

 

Gentlemen,

 

es ist mir bekannt geworden, dass Sie so etwas wie eine Veröffentlichung mit einer hetzerischen Absicht drucken und verteilen, mit der Sie meinen Namen verbinden.

Darf ich Sie auf die Tatsache aufmerksam machen, dass es in den Vereinigten Staaten Gesetze gibt, die Menschen davor zu  schützen, dass ihr Name und ihr Ruf verletzt werden.

Ich bin mein ganzes Leben lang im Verlagsgeschäft gewesen und habe dabei gelernt, was diese Rechte sind.

Ich weiß nicht, was Sie veröffentlichen, aber ich weiß, dass ich Ihnen nie eine Erlaubnis gegeben habe, meinen Namen mit irgendeiner Veröffentlichung in Verbindung zu bringen, und wenn Sie es dennoch tun, riskieren Sie eine ernsthafte juristische Aktion.

Dieser Brief an Sie, soll Sie wissen lassen, wenn Sie nicht damit aufhören und von dieser Veröffentlichung ablassen und die Kopien, die Sie verbreitet haben, nicht zurückrufen, dass dann eine juristische Aktion gegen Sie eingeleitet werden wird.

Möchten Sie, dass mein Anwalt Sie besucht oder werden Sie meiner Bitte ohne gerichtliche Auseinandersetzung entsprechen?

Ihr ergebener

Mark E. Petersen

 

Wie Wallace Turner erklärte, vervielfältigten wir Apostel Petersens Brief (zusammen mit dem Brief, der von Apostel Richards geschrieben war) und verteilten Tausende von Kopien. Viele wurden bei der Konferenz der Mormonenkirche verteilt. Mark E. Petersen war aus Europa zurückgekehrt, um an dieser Konferenz teilzunehmen. Obwohl die Konferenz nur vierzehn Blocks von der Modern Microfilm Co. entfernt abgehalten wurde, besuchten uns weder Herr Petersen noch sein Anwalt. Da wir nichts als die Wahrheit gedruckt hatten, hatte der Apostel Petersen kein Rechtsverfahren gegen uns eingeleitet. Es ist interessant zu bemerken, dass, obwohl die Mormonenführer versuchten, diese Rede zu unterdrücken, ein Teil davon in der New York Times am 28. Dezember 1965 landete. Wir werden in einem späteren Kapitel aus dieser Rede zitieren.

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