Änderungen, Zensur und Unterdrückung  
 
  Dr. Nibley abgewiesen 27.03.2017 00:41 (UTC)
   
 

Dr. Nibley abgewiesen

 

Ein gutes Beispiel für die Unterdrückung früher Mormonendokumente ist die Geschichte vom Alexander-Neibaur-Tagebuch. Hugh Nibley, Professor in den Abteilungen der Geschichte und Religion an der Brigham-Young-Universität, erwähnte dieses Tagebuch in seinem Buch The World and the Prophets und in einem Brief vom 8. März 1961 gibt er uns in Bezug darauf folgende Information:

„An dem Tag, als mein Urgroßvater von jenem bemerkenswerten Bericht über die Erste Vision von Joseph Smith hörte, schrieb er ihn in sein Tagebuch nieder und 40 Jahre danach erwähnte er es keiner Menschenseele. Deshalb, als ich unerwartet auf diese Geschichte stieß, übergab ich das Buch Joseph Fielding Smith und es befindet sich dort, wo es hingehört, in einem Safe.“

 

Da wir erfahren hatten, dass sich dieses Tagebuch im Besitz des HLT-Kirchengeschichtsschreibers befand, schrieben wir und baten um eine Kopie davon. Joseph Fielding Smith antwortete wie folgt:

„Private Tagebücher werden in diesem Büro mit dem Verständnis verwaltet, dass sie Mitgliedern der Familie, aber nicht für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Herstellung von Kopien von Tagebüchern richtet sich ebenfalls nach dieser Richtlinie.

Es tut mir Leid, aber es steht diesem Büro nicht zu, Sie mit dem Mikrofilm oder der Fotokopie des Alexander-Neibaur-Tagebuchs zu versorgen, um die Sie in Ihrem Brief baten. Die zehn Dollar, die Sie beifügten, gehen hiermit an Sie zurück.“

 

Zwei Dinge sollte man in Bezug auf Joseph Fielding Smiths Antwort beachten: Erstens, er lehnte es ab, eine Kopie des Tagebuchs zu machen. Zweitens, dass Tagebücher im Geschichtsschreiberbüro mit dem Verständnis aufbewahrt werden, dass nur Verwandte sie nicht nur sehen, sondern auch Kopien der Tagebücher erhalten könnten. So fremd es scheinen mag, irgendwie erhielten wir am 21. März 1961 einen Brief von Hugh Nibley, in dem er erklärte, dass sogar ihm die Erlaubnis verweigert wurde, dieses Tagebuch zu sehen. Unten befindet sich ein Foto von diesem Brief.


ein Bild

 

Liebe Frau Tanner,

Ich glaube, ich sagte Ihnen in meinem Brief, dass das Neibaur-Tagebuch jetzt in einem Safe des Kirchengeschichtsschreiber-Büros ruht, wo es hingehört.

Der Grund, warum Alexander Neibaur vierzig Jahre lang niemandem von seinem Erlebnis erzählte, ist, dass es streng vertraulich war, und so sollte es auch bleiben. Ich denke, wir sollten diese Vertraulichkeit respektieren. Tatsächlich wurde ich das letzte Mal, als ich um Erlaubnis bat, das Tagebuch zu sehen, abgewiesen. Jeder Versuch, es zu dieser Zeit zu vervielfältigen, kommt nicht in Frage.

Ihr sehr ergebener

Hugh Nibley

 

 

Es ist in der Tat merkwürdig, dass Dr. Nibley die Erlaubnis verweigert wurde, das Tagebuch seines eigenen Urgroßvaters zu sehen, BESONDERS DESWEGEN, DA ER DERJENIGE WAR, DER ES DEM GESCHICHTSSCHREIBERBÜRO STIFTETE. Wenn Dr. Nibley ein Feind der Kirche wäre, könnte man dies leichter verstehen. Viele innerhalb der Kirche haben irgendwie den Eindruck, dass er der größte Gelehrte der Kirche ist. Louis Migley sagt, dass „Nibley mehr als jeder andere die Rolle des Verteidigers des Glaubens und der Heiligen angenommen hat“. (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Frühjahr 1967, S. 119) Es ist sicherlich merkwürdig, dass einem Mann, der den Ruf eines „Verteidigers des Glaubens und der Heiligen“ hat, der Zugriff zum Tagebuch seines eigenen Urgroßvaters verweigert werden sollte. Vielleicht war Dr. Nibley über diese Angelegenheit beunruhigt, denn in einem Brief an uns vom 20. Juni 1961 erklärte er: „NICHTS WÜRDE MICH MEHR ERFREUEN, ALS ZU SEHEN, DASS ALLE KIRCHENBERICHTE DENEN ZUGÄNGLICH GEMACHT WERDEN, DIE WISSEN, WIE MIT IHNEN UMZUGEHEN IST.“ (Brief von Hugh Nibley vom 20 Juni 1961)

 
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